Profilspanner

313997_10151104750535390_407587596_nGuten Tag liebe Spanner und Spannerinnen!
Vielen Dank liebe Freunde, dass ihr so zahlreich erschienen seid.
Ich hätte nie gedacht, dass es so viele von uns gibt.
Ich darf mich kurz vorstellen, ich heiße Lena und ich bin, genau wie ihr……Profilspanner.

Ich bin heute hier, um über diese furchtbare und schwer heilbare Krankheit zu sprechen und euch über die Konsequenzen aufzuklären.
Ich leide wie hundert tausende anderer Betroffener an dem ständigen Drag, die Menschen in meinem Umfeld zu stalken, um an, für mich nützliche Informationen zu kommen und mich an ihrem Leid zu ergötzen.

Das Profilspannen ist eine Krankheit, die mich zwingt die digitalen Hinterlassenschaften meiner Kollegen, Bekannten und Freunde zu durchsuchen, um die schmutzigen Details irgendwann gegen sie verwenden zu können.
Die Krankheit wird ausgelöst durch Langweile.
Akute, hirntötende, dahinvegetierende….Darseins-Langweile.
Es hat alles ganz harmlos angefangen, ich habe alte Schulfreunde bei einer Community wiedergefunden und habe mich darüber amüsiert, wie sich Leute seit der Grundschule verändern können.

Mit Hilfe von Facebook und Co. weiß ich jetzt, dass meine Kollegin ihren neuen Freund beim Skifahren kennengelernt hat und er ganz schön viele Freunde bei Sklavenzentrale.de hat.
Ich weiß auch, dass mein sehr männlicher Nachbar, gerne sehr weibliche Höschen trägt und diese an asiatische Business Männer anbietet und ich weiß, dass mein Exfreund über die Jahre eine enorme Faszination für abstrakte Bands wie “Die toten Crack-Huren im Kofferraum“ entwickel hat. Die sollen live echt gut sein.

Ich weiß dass mein ehemaliger Klassenkamerad Co-Produzent des häßlichsten Kindes der Welt ist und dass die Arzthelferin bei meinem Hausarzt, gerne laszive Bilder von sich ins Internet stellt in Dessous…..aus Hackfleisch.

Dank Facebook weiß ich, dass die verhasste Mitbewohnerin meiner Freundin mal einem Typen beim Sex vollgekotzt hat und er darauf stand und ich weiß, wie oft das eine Mädel, das ich irgendwann einmal auf einer Party kennengelernt habe, ihre Partner wechselt.

Auch Unternehmen bespannen ihre Bewerber und Mitarbeiter im Internet.
Dass sie sich öffentlich so dazu bekennen, hat mir Mut gemacht und mich zum Nachahmen animiert. Um mich über meinen neuen potenziellen Arbeitgeber zu informieren, habe ich einige Personen im Internet aufgesucht.

Diese Klicks haben mein Leben verändern.
Könnte ich die folgenden Minuten wie den Verlauf im Browser einfach löschen, würde ich es tun.

Als der Name meines wahrscheinlich, zukünftigen Vorgesetzten in der Suchleiste erschien, war ich noch ganz freudig erregt und gespannt darauf, welche geheimen und abgründigen Abartigkeiten mir das Internet über ihn preisgibt.
Leider musste ich auf extreme Art und Weise lernen, dass es Dinge gibt, die man einfach nicht wissen will. Manche Informationen sind wie Eiterbeutel im Gesicht deines Gegenübers, die du einfach nicht irnogieren kannst. Nie wieder kannst du diesen Menschen ansehen und an etwas anderes denken.
Nachdem ich die Informationen fand, die ich so obsessiv gesucht habe, schaltete ich den PC aus und legte mich in mein Bett. Einige Stunden später fand mich meine Freundin Anna in der Fötusstellung wimmernd unter der Bettdecke.
Nach der Crack-Mädchen-auf-Entzug-Stellung und der Dusche, war ich bereit mein Wissen mit ihr zu teilen.

Psychotisch hin und her schaukelnd fing ich an zu erzählen, dass das Erste was das Internet gefunden hatte, ein Profil bei GayRomeo.de war.
Der Status dominant und die Größe L, ließen mich kurz aufstoßen.
Aber ich war wie besessen.
Seine Bildergalerie machte es nicht besser, dieses ganze Leder….und….und…..

Über das Profil des Freundes, seines Freundes fand ich einen Link.
Die Überschrift „Besser als The Ring“ hätte mich schon warnen sollen, nach kurzem Zögern, besiegte mich die Neugier und ich klickt den Link an.
Ein Video öffnete sich.
Harte Schnitte, wackelnde Kameraführung, Schwarz Weiß, bizarre Rituale, viele, viel zu viele Informationen für mich, diese Bilder werden mich bis zum Ende verfolgen.
Oh man, in den 70ern müssen die Drogen echt gut gewesen sein!
Am Ende starre ich noch auf das weiße Rauschen des Bildschirms.
Was habe ich getan?
Ich wollte mich nur ein bisschen amüsieren und jetzt muss ich in therapeutische Behandlung.
Bei „The Ring“ war man nach dem Anschauen des Videos wenigstens nach 7 Tagen tot, ich musste das Gesehene ein Leben lang mit mir rumtragen.

Und darum liebe Profilspanner, bin ich heute hier um euch zu warnen und euch zu sagen:
Wählt weise, wem ihr nachspannt.

Ich glaube, ich werde nicht zum Bewerbungsgespräch gehen!

2016-11-10T16:29:39+00:00

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